Herzgesundheit
Das Herz ist die Hochleistungspumpe unseres Körpers. Unser muskuläres Hohlorgan Herz pumpt pro Minute rund fünf Liter Blut in den Blutkreislauf. Unter Belastung kann dieser Wert sogar bis auf das Sechsfache ansteigen. Für die Herzgesundheit ist ein gesunder Lebensstil besonders wichtig.
Volkskrankheit Bluthochdruck
Nahezu jeder zweite Todesfall in Deutschland ist Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen beispielsweise Bluthochdruck (Hypertonie), Krankheiten des Lungenkreislaufs (z.B. pulmonale Hypertonie), ischämische Herzkrankheiten, wie koronare Herzerkrankung (KHK) und Herzinfarkt sowie Entzündungen des Herzens (Endokarditis, Perikarditis). Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch ein volkswirtschaftlicher Kostentreiber: “Allein der Anteil der Herz-Kreislauf-Medikamente beträgt rund ein Viertel der gesamten Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung” (Quelle: BMBF).
Herzinfarkt – Wenn der Muskel stirbt
Der Herzinfarkt (auch: Myokardinfarkt) ist akut und lebensbedrohlich. Bei diesem Ereignis stirbt ein Teil des Herzmuskels in Folge einer Sauerstoffunterversorgung. Die Unterversorgung mit Sauerstoff wird dabei von einer längeren Durchblutungsstörung (Ischämie) hervorgerufen.
Der Herzinfarkt gilt landläufig noch immer als reine Männersache. Tatsächlich aber leiden in Europa Frauen (55%) häufiger an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (z.B. Bluthochdruck) als Männer (45%). Auch bei Frauen ist der Herzinfarkt die häufigste Todesursache, und nicht wie fälschlicherweise angenommen Brustkrebs. Aber die Symptome sind andere: Bei Männern macht sich der Herzinfarkt durch einen alarmierenden Schmerz in der linken Brust, der in Oberarme, Schultern und Hals ausstrahlt, bemerkbar. Bei Frauen sind Rücken-, Nacken- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Müdigkeit Anzeichen für einen Herzinfarkt.
Den Lebensmotor pflegen – die Herzgesundheit erhalten
Zur Erhaltung der Herzgesundheit ist eine ausgewogene Ernährung besonders relevant. Ein herzgesunder Lebensstil beinhaltet auch möglichst viel Bewegung an der frischen Luft.
Das Problem von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck ist, dass sie häufig erst dann entdeckt werden, wenn das Herz schon geschädigt ist. Um das zu verhindern gilt es, mögliche Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie z.B. Bluthochdruck) frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden (z.B. Blutdruck senken). Im Folgenden finden Sie einige Maßnahmen, die dabei helfen können, Risikofaktoren zu minimieren:
1. Rauchen aufhören kann Blutdruck senken
Nikotin hat Einfluss auf die Thrombozyten im Körper und führt somit zu Durchblutungsstörungen. Daneben wirkt das Nikotin als freies Radikal und führt bei vielen Stoffwechselvorgängen zur Oxidation und zu Freisetzung von Zellgiften. Das Rauchen von 20 Zigaretten pro Tag steigert das Risiko einer koronaren Herzerkrankung (im Vergleich zu einem Nichtraucher) um das Dreifache. So haben Raucher ein stark erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.
2. Blutdruck auch zu Hause messen
Bluthochdruck ist eine dauerhafte, nicht situationsabhängige Blutdruckerhöhung ab 140/90 mmgHg und höher. Der optimale Wert des Blutdruckes liegt dabei bei 120/80 mmgHg. Liegt er höher sollte man den Blutdruck senken, denn der permanent erhöhte Druck in den Arterien führt zu einem erhöhten Verschleiß der Innenwände (Intima) und beschleunigt so die Entstehung von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in allen arteriellen Blutgefäßen. Für Bluthochdruck Patienten gilt:
Blutdruck senken! Um den Behandlungsverlauf zu verfolgen, sollte ein Messgerät angeschafft werden. Dazu sollte täglich, im Ruhezustand nach längerem Sitzen (zirka fünf Minuten), eine Messung durchgeführt werden. Die Werte sollten dann idealerweise für den Arztbesuch festgehalten werden, z.B. in einem Blutdruckpass.
3. Blutdruck senken durch ausgewogene Ernährung
Zu häufiges fettreiches Essen sollte vermieden werden. Eine gute Hilfe, um beim Kochen Fett zu sparen, sind außerdem Teflonpfannen. Schon ein Gewichtsverlust von fünf Kilogramm wird den Blutdruck senken. Um ganze zehn Punkte. Bei Übergewicht zählt das Abnehmen zu den wichtigen Begleitmaßnahmen einer Bluthochdruck Behandlung.
4. Sport treiben
Regelmäßiger Ausdauersport weitet die Gefäße und erhöht ihre Elastizität, dadurch lässt sich ebenfalls der Blutdruck senken. Auch für das seelische Wohlbefinden ist Bewegung wichtig. Bevor sportliche Aktivitäten aufgenommen werden, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Sportart für Sie in Frage kommt und wieviel Sie sich zumuten dürfen. Ideale Sportarten für Bluthochdruck Patienten können sein: Walking, Wandern, Rad fahren und Schwimmen.
5. Salzarme Kost bevorzugen
Finger weg von Kochsalz! Ein Übermaß dieser Würze lässt das Bluthochdruck Risiko ansteigen. Auch auf Gepökeltes verzichten. Schmecken Sie Speisen mit gesünderen Alternativen ab, z.B. Kräutern, Paprika oder Curry. Diese unterstützen das Blutdruck senken.
6. Stress minimieren
Bauen Sie Belastungen ab! Es ist wissenschaftlich belegt, dass Ärger das Herz zusätzlich belastet. Die Auswirkungen auf den Körper und im Besonderen das Herz-Kreislauf-System sind nicht auf Anhieb sichtbar. Sie äußern sich in unterschiedlichen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. „Entrümpeln“ Sie Ihr Leben, indem Sie Ihr Zeitmanagement, d.h. Ihre Tages- und Wochenplanung, verschlanken und effektiver gestalten. Planen Sie dabei mehr Zeit für entspannende Momente ein.
7. Die Dosis macht das Gift – Alkohol in Maßen
Ein Gläschen Wein ist okay, aber regelmäßiger Alkoholkonsum von mehr als einem Glas oder sogar Hochprozentigem schädigt die Gefäße – und die werden durch den Bluthochdruck ohnehin schon stark angegriffen.
8. Risiko für Arteriosklerose senken
Eine Arteriosklerose (umgangssprachlich: Arterienverkalkung) entsteht durch Verhärtung und Verengung von Gefäßen. Es bilden sich sogenannte “Plaques”, das sind Ablagerungen aus Fett- und Blutbestandteilen. Im schlimmsten Fall kommt es durch die fortschreitende Gefäßverengung zu einem vollständigen Gefäßverschluss. Betroffenes Gewebe kann nicht mehr durchblutet werden und stirbt ab. Verschlüsse an den Herzkranzgefäßen haben Herzinfarkte zur Folge. Der ischämische Schlaganfall ist die Folge eines Gefäßverschlusses der Halsschlagader. Die Bildung von Plaques wird besonders durch Bluthochdruck begünstigt.
9. Übergewicht vermeiden heißt Blutdruck senken
Die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Überkalorische Ernährung, überwiegend sitzende berufliche Tätigkeit und Bewegungsmangel sind die häufigsten Gründe für diese Entwicklung. In Deutschland ist fast die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig. 20% davon können sogar als adipös (fettleibig) also mit einem Body-Mass-Index >30 bezeichnet werden. Der Body-Mass-Index (BMI) errechnet sich wie folgt:
BMI = Körpergewicht / Körpergröße2.
| Klassifikation | m | w |
| Untergewicht | <20 | <19 |
| Normalgewicht | 20-25 | 19-24 |
| Übergewicht | 25-30 | 24-30 |
| Adipositas | 30-40 | 30-40 |
| massive Adipositas | >40 | >40 |
BMI-Klassifikation (nach DGE)
10. Diabetes mellitus berücksichtigen
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Störung des Glukose-Stoffwechsels aufgrund eines erhöhten Blutzuckerspiegels. Grund dafür sind entweder ein Insulinmangel oder eine verminderte Reaktionsfähigkeit des Körpers auf Insulin, welches zur Senkung des Blutzuckerspiegels und zur Aufnahme von Glukose in die Körperzellen notwendig ist.
Bekannt sind zwei Formen des Diabetes:
- Diabetes mellitus Typ 1, der früher auch als „jugendlicher Diabetes“ bezeichnet wurde, da er vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Typ 1 zeichnet sich durch einen absoluten Insulinmangel in Folge von Zerstörung der insulinproduzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) aus. Neben einer lebenslangen Gabe von Insulin steht in der Therapie eine Diabetesdiät mit dem Ziel eines normalen Blutzuckerwertes im Vordergrund.
- Diabetes mellitus Typ 2 hingegen ist ein relativer Insulinmangel durch verminderte Insulinwirkung an Leber-, Muskel- und Fettzellen. Die eigene Insulinproduktion bleibt erhalten und ist im Anfangsstadium sogar erhöht, bis sie erschöpft ist und die produzierte Insulinmenge nicht mehr ausreicht um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes an.
Informationen zu Herzerkrankungen erhalten Sie auch auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung.
| Zurück zu den Gesundheitsthemen | Weiter zu den QUIRIS Gesundheitsprodukten |

